Die ARGE Tauchen Österreich ersucht während des Corona bedingten Ausnahmezustandes alle Zusatzrisiken zu vermeiden. Dazu zählt jedenfalls auch die Ausübung jeglicher Risikosportarten wie eben auch das Tauchen. (Ebenso wie z.B. Rennrad-, Motorradfahren, Mountainbiken, Bergsteigen, Klettern und vieles derartiges mehr).

Erfahrungsgemäß geht jeder davon aus, dass ihm nichts passieren wird. Ich bin überzeugt, dass kaum ein Verunfallter zuvor damit gerechnet hat, dass ihm etwas zustoßen könnte. Tauchen in jeder Form zählt zweifelsfrei zu den Risikosportarten. Daher sind ja auch sehr viele von uns ebenso sinnvoller wie dankenswerter Weise bei DAN, Aquamed und sonst eventuell vergleichbaren Organisationen für eben dieses uns bewusste Zusatzrisiko Tauchen versichert.

Ohne Zweifel befindet sich unser gesamtes Gesundheitssystem in einer noch nie dagewesenen Be- und Überlastungssituation. Jeder vermeidbare Notfall würde für die ohnedies unter schwierigsten Bedingungen arbeitenden Kräfte einerseits, aber auch für die hilfsbedürftig Erkrankten eine absolut unzumutbare Belastung darstellen. 

Daher beachte bitte die Vorgaben unserer wie ich meine hervorragend arbeitenden Regierung und verzichte während dieser Ausnahmezeit auch auf das Tauchen!

Andreas Pacher, Obmann der ARGE Tauchen Österreich am 21.3.2020

DAS TAUCHEN IN DEN GEBIRGSSEEN ...

Tauchen in Gebirgsseen...stellt an uns Taucher zusätzliche Anforderungen, die man keinesfalls unterschätzen sollte. Unsere Seen haben in der Tiefe stets eine Temperatur von lediglich 4°C und selbst in geringeren Tiefen sind die Temperaturen nicht wesentlich höher! Die moderne sehr gute Ausrüstung wie kaltwassertaugliche Atemregler, Trocken- oder Semidry-Anzüge lassen vielen Tauchern diesen Umstand vergessen oder messen diesem nicht die nötige Bedeutung bei. Diese Kälte stellt aber eine enorme zusätzliche Belastung an Mensch und Technik dar.

Weiters verleitet die Verwendung von Trockenanzügen mangels entsprechendem Temperaturempfinden zu einem zu raschen Abtauchen in viel zu große Tiefen. Da ist einmal die eingeschränkte Beweglichkeit durch den dicken Neoprenanzug, dem Trockentauchanzug und den Handschuhen. Beim Tauchen in warmen Gewässern stellt ein rasches Abtauchen kaum ein Problem dar; in den kalten Gewässern hat jedoch eine zu geringe Adaptionszeit (Gewöhnung von Körper, Geist und Gerät an die extremen Umweltbedingungen) eine deutlich erhöhte Unfallgefahr zur Folge. Das Tauchen in größeren Höhen (Bergseetauchen) erfordert ein zusätzliches Fachwissen (Sonderbrevet) und auf ein entsprechendes Einstellen des Tauchcomputers sollte nicht vergessen werden.

Sehr selten wird in diesem Zusammenhang aber auch der Umstand beachtet, dass man nach dem Tauchgang im Bergsee rasche Höhenwechsel unternimmt. Häufig führt der Ortswechsel von einem See zum anderen über eine Pass-Straße oder man unternimmt nach einem Tauchgang eine Wanderung oder gar eine Seilbahnfahrt auf einen Berg, wodurch eine erhöhte Gefahr einer Dekompressionserkrankung besteht. Die Vereisungsgefahr der Atemregler kann selbst bei besten Geräten nicht vollständig ausgeschlossen werden! Um dem vorzubeugen sollte auf eine normgerechte trockene Atemluft und auf eine sachgemäße Handhabung besonderen Wert gelegt werden. Zudem sollten beim Tauchen in kalten Gewässern grundsätzlich zwei getrennte Reglersysteme verwendet werden. Die Verwendung eines Oktopus an einer gemeinsamen 1. Stufe genügt hier nicht, da vielfach die Vereisung in der 1. Stufe auftritt, was einen Anstieg des Mitteldrucks und somit ein Abblasen der 2. Stufen zur Folge hat. Im Vertrauen auf sein gutes Gerät wird vielfach auf ein entsprechendes Trainieren des richtigen Verhaltens bei abblasendem Atemregler verzichtet, weshalb leider immer wieder schwerwiegende Tauchzwischenfälle passieren.